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LENCI-BABY Die Lenci Puppe Geschichte ist sehr interessant. Sie wurde gegründet in Turin/Italien. Die junge Elena Konig Scavini blieb einsam zurück, als ihr Ehemann Enrico eingezogen wurde für den Krieg in 1918.
Elena und ihr Bruder Bubine Konig fertigten die erste Filzpuppe im Haus der Scavinis. Bubine presste die Gesichter und Elena war zuständig für die künstlerische Arbeit. Das war der Anfang der weltberühmte Lenci
Puppe. Es gibt 2 Erklärungen für den Namen Lenci. Die romantische Erklärung ist, daß es ein Kosename war den der Ehemann Elena gegeben hatte bevor er in den Krieg zog. Das mag richtig sein, denn es heißt, daß Elena
diesen Namen benutzte vor 1915 als sie jemand etwas schenkte. Wie auch immer, die Firma Lenci erklärt diesen Namen ganz anders. Aus den Unterlagen der Firma geht hervor, daß ìLenciî eingetragen wurde als
Handelsmarke in 1919 wie folgt: ìLudus est Nobis Constanter Industriaî Frei übersetzt: ìSpielen ist unsere stetige Arbeitî. Also: ìLENCIî Um 1920 herum waren die Lenci Puppen weltberühmt wegen ihre künstlerische
Schönheit. Lenci war die erste Firma, die Puppen herstellte aus gepresstem Filz, diese Methode gab den Gesichtern dimensionalen Ausdruck. Charakteristisch für Lenci: Zickzack-Naht am Hinterkopf, an den Arm- und
Beinansatz. Die Ohren wurden bei den größeren Puppen (ab 25cm) doppelt genäht. Echthaar oder Mohair wurde in Streifen oder kleinen Büscheln befestigt. Körper aus Pappe, die mit Filz bezogen wurden. Manchmal
ausgestopft. Sehr gut ausmodellierte Arme und Beine, Ring- und Mittelfinger zusammengenäht. Wunderschöne modellierte Gesichtchen mit runden Wangen und weichen Ausdruck. Weiße Punkte in den Augen. Manchmal Glasaugen.
Sehr schöne 2-farbig gemalte Münder. Diese Puppe ist laut Frau Ecker vom KK-Museum in Wels/Österreich ein Unikat. Die Puppe ging nie in Serie. Sie gehörte einer Angestellten der Firma Lenci in Turin in den 20er
Jahren. Diese Angestellte arbeitete dort als Designerin und Näherin für Puppenkleidchen. Es ist ein großes Baby. (63cm) Sie hat feine blonde Babyhärchen, die in einzelnen kleinen Büscheln aufgeklebt wurden. Die
schöne Äuglein sind braun und umrahmt von fein gemalten Wimpern. Das Stubsnäßchen hat 2 Betonungspunkte. Der Mund ist 2-farbig gemalt und geschlossen. Der Körper besteht aus Alluminium, der mit Filz überzogen wurde.
Auch die Ärmchen und die Beinchen. Die Kleidung ist original. Hier ist das Püppchen, bekleidet mit dem Organza Originalkleidchen:
Hier kommt die Geschichte zu diesem Lenci-Baby: In 1980 hatte die Verkäuferin, die mir diese Lenci-Puppe verkauft hat ein Inserat geschaltet in den "Ober–Österreichischen Nachrichten", indem sie nach
alten Puppen suchte. Eine Gymnasialprofessorin meldete sich darauf und bot das vorliegende Puppenkind an. Obwohl es zuerst nicht zugeordnet werden konnte, wurde das Puppenkind sofort gekauft. Es war Liebe aus dem
ersten Blick. Die Dame war 1926 geboren und sie erzählte, daþ die Puppe ihrer Tante gehört hätte. Ihre Mutter hatte eine ältere Schwester, die nach einem Studium an der Wiener Kunstakademie in den berühmten
"Wiener Werkstätten" gearbeitet und Stoffe aber auch Kleider entworfen hatte. Sie muss eine - zumindest regional - sehr bekannte Künstlerin gewesen sein und heiratete in den 20er Jahren einen Italienischen
Geschäftsmann aus Turin, wo die beiden dann auch lebten. Die junge Frau wollte sich aber weiterhin auch künstlerisch betätigen und arbeitete in einer ganz großen, berühmten Spielzeugfabrik, die machten auch Puppen,
aber die waren so teuer, daß man sich gar nicht vorstellen kann, daß Kinder damit gespielt haben..." So ähnlich wurde erzählt aber der Name "Lenci" fiel nie. Ja, und die Tante habe immer gezeichnet,
wenn sie zu Besuch in der Heimat war, wunderschöne Kleider und auch Puppengesichter und ganze Puppen, die ihre Nichte dann anmalen durfte. Bei einem ihrer Besuche, es muß in den frühen 30er Jahren gewesen sein,
brachte die Tante diese Puppe, die aus "ihrem" Betrieb stammte, mit. Sie sagte, es sei ihre "eigene" Puppe, sie sei sehr wertvoll, und niemand dürfe sie angreifen oder gar mit spielen, sie sei
kein Spielzeug. Das Puppenkind wurde vor ihrer Abreise von ihr selbst in eine Schachtel gesetzt und im Keller verstaut. Dort verblieb sie fast 30 Jahre lang - von der Groþmutter und später von der Mutter der
Verkäuferin angeblich wie ein Augapfel gehütet. Offensichtlich wurde die Puppe aber - aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr von ihrer Besitzerin abgeholt. Als nach dem Tod der Groþmutter und der Mutter 1962
das Elternhaus in St. Pölten verkauft und ausgeräumt wurde, entdeckte die Frau Professor, die damals schon in Wels eine Familie gegründet hatte, die Puppe in ihrer Schachtel und nahm sie mit zu sich. Und stellte sie
wiederum fast 20 Jahre lang im eigenen Keller ab. Sie hatte sie ganz und gar vergessen, und erst das Inserat erinnerte sie daran. Bald war klar, daß es sich, nach den Erzählungen der Dame zu schliessen, um eine
Lenci-Puppe handelte. Ihre Fotos gingen rund um die Welt. Das Amerikanische Puppenjournal "Doll reader" berichtet über sie ebenso wie die Italienische "Elle".
Das war die Geschichte zu diesem Lenci-Kind. Liebe Grüße, Marly...
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